175 Jahre großer Brand

Im Oktober 2025, Eric Mankel

Im Jahr 2025 jährt sich zum 175. Mal der große Brand von Bromskirchen: Im März des Jahres 1850 brannten in einer Nacht 23 Häuser bis auf die Grundmauern nieder. Bereits sieben Jahre zuvor, im Jahr 1843, wurde Bromskirchen durch einen weiteren verheerenden Großbrand heimgesucht, bei dem sogar 63 Häuser ein Raub der Flammen wurden. Innerhalb von nur sieben Jahren wurden somit ca. zwei Drittel des damaligen Ortes in Schutt und Asche gelegt.

Katasterkarte von 1834 mit Markierung der abgebrannten Häuser

Katasterkarte von 1834 mit einer Markierung der Grundstücke, auf denen 1843 (grün) und 1850 (blau und rot) Häuser abgebrannt sind. Die Brände vernichteten in der Summe in etwa 2/3 der damaligen Bausubstanz im Ort.

Zu diesen historischen Ereignissen lassen sich zahlreiche Quellen im Bromskircher Gemeindearchiv und dem Hessischen Staatsarchiv Marburg finden. Die Auswertung der Dokumente ergibt ein differenziertes Bild über die Ereignisse, ihre Ursachen und die Folgen. Interessant ist vor allem, dass ein Zusammenhang zwischen den damaligen sozialen und politischen Verhältnissen in Bromskirchen und dem katastrophalen Ausgang eines zunächst kleinen Wohnhausbrandes hergestellt werden kann. Die Quellen zeigen auch, dass ein Großteil der Menschen im Ort bereits vor den Bränden zutiefst untereinander zerstritten war und dies in Form von Sturheit und Verbohrtheit, aber auch Schlitzohrigkeit gegenüber der Obrigkeit und den Mitbürgern ausgelebt wurde. Einige Folgen dieser ewigen Kleinkämpfe sind heute noch gut im Ortsbild zu erkennen, beispielsweise daran, dass der Dorfladen heute auf der ihm gegenüberliegen Straßenseite ein eigenes Parkplatzgelände besitzt – an der Stelle wurde das vor dem Brand befindliche Gebäude nach erbitterten Nachbarschaftsstreitigkeiten nicht wiedererrichtet.

Alle Häuser mit dem Giebel zur Straße ausgerichtet… Das Ortsbild in Bromskirchen wurde nach den Bränden neu geordnet. So wurden für die hier gezeigte „Schosse“ (heute Sauerlandstraße / B236) Fluchtlinien festgelegt, die nicht überbaut werden durften.

Historische Ortsansicht der Schosse

Auch die Struktur der damaligen Brandversicherungskasse hatte eine Auswirkung auf Brände und ihre Folgen. Obwohl alle Betroffenen ausnahmslos eine in der Höhe akzeptable Entschädigung bekamen, förderte sie soziale Ungerechtigkeit und trug dazu bei, dass Brandstiftung am eigenen Haus attraktiv wurde.

Insbesondere aus der Zeit nach dem Brand von 1850 gibt es viele Bauzeichnungen und Skizzen der neu aufgebauten Wohnhäuser. Obwohl häufig vergleichsweise „luxuriös“ und mit zwei Stockwerken gebaut wurde, lassen sie erkennen, in welch beengten Verhältnissen die Menschen im 19. Jahrhundert lebten und wegen der knappen verfügbaren Flächen auch leben mussten.

Bromskirchen steht mit seinen beiden Ereignissen im 19. Jahrhundert nicht allein, in mehreren umliegen Orten gab es in dieser Zeit ebenfalls Großbrände unterschiedlichen Ausmaßes. Beispiele hierfür sind Battenberg (1843), Birkenbringhausen (1868), Laisa (ebenfalls 1868) und Hallenberg (1883). Das Jahr 1850 war jedoch mit den drei Bränden in Allendorf (Eder), Bromskirchen und Schreufa ein herausragendes Unglücksjahr.

Am 24. Oktober 2025 hat der Verein Historisches und kulturelles Bromskirchen gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Bromskirchen einen Vortragsabend veranstaltet, der die großen Bromskircher Brandereignisse zum Thema hatte.

Alte Feuerwehrutensilien (li.), die für den Vortragsabend (ein Eindruck davon re.) von Björn Hornig zur Verfügung gestellt wurden.

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